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Dortmund Hafen, Mai 2019

Am 24. Mai 2019 war ich im Dortmunder Hafen und dem angrenzenden Fredenbaumpark mit dem Fotoapparat unterwegs. Gesehen habe ich unter anderem einen sehr langen Zug mit Containern (Nachmessen mit Google Earth ergab eine Zuglänge von circa 800 Metern). Rangiert haben den Zug — komplett mit einer E-Lok, die den Zug vermutlich on irgendwoher zum Dortmunder Hafen gebracht hatte — die Diesellkomotiven DE 24 und DE 28 der Dortmunder Eisenbahn.

Jemand hat sich die Mühe gemacht, das Geländer zwischen dem Fußweg und dem Gleis der Hafenbahn auf mehreren Hundert Metern Länge mit der Buchstabenkombination “KOT” zu beschmieren. Wenn man sonst nix zu tun hat…
Gründlich sind sie ja, die Dortmunder Schmierfinken.
DE 24 brachte den langen Containerzug.
Von der Brücke der Franziusstraße aus schien es als würde eine abgebügelte E-Lok den Zug ziehen. Es handelte sich um X4 E – 615, eine Vectron AC von Siemens, die für eine Privatbahn fährt.
In Wirklichkeit schob freilich DE 28 den Zug in den hinter der Brücke gelegenen Verladebereich.
Die Länge des Güterzuges frustrierte einige Teilnehemr des Straßenverkehrs, weil ein Bahnübergang ewig blockiert war. Große Erleichterung, als der Containerzug den Übergang endlich wieder freigab.

Von der Brücke der Franziusstraße über die Hafeneinfahrt hat man einen schönen Blick auf den Anfang (bzw. das Ende) des Dortmund-Ems-Kanals.

An der Brücke steht auch dieser kleine, etwas heruntergekommene Hafenkran.
Im Kohlehafen waren sogar ein paar Schiffe zu sehen.
Das Zoom-Objektiv erlaubt einen näheren Blick auf die Michaela, die mit Schrott beladen wird.
Weiter ging es durch die Tankstraße. Woher die wohl ihren Namen hat?
Von der Tankstraße gelangt man über einen nicht technisch gesicherten Bahnübergang in den Fredenbaumpark. Als ich dort vorbeikam, kam leider gerade kein Zug (ein paar Minuten später freilich schon).

Der Fredenbaumpark ist ein schöner Landschaftspark, der stellenweise fast die Qualität eines richtigen Waldes hat.

Es gibt allerdings auch allerhand mehr oder weniger fotogene Spielgeräte. Wobei ich bei diesem hier erwarte, dass man sich am Metall an einem sonnigen Tag schmerzhafte Verbrennungen zuziehen kann, wenn man darauf zu spielen versucht.
Dieses Spielgerät erzeugt einen hübschen Schatten im Sand, erinnert mich allerdings eher an ein Ausbildungsgerät für das U.S. Marine Corps (oder andere Militäreinheiten).

Historisches Pfahlschutzwerk Baltrum

Auf der Ostfriesischen insel Baltrum gibt es eine hölzerne Palisade. Dieses Pfahlschutzwerk wurde im 19. Jahrhundert erbaut und soll die Insel vor der aus Nordwesten heranstürmenden Nordsee schützen. Als ich Baltrum im Mai 2019 besuchte, fanden gerade Instandsetzungsarbeiten an dem denkmalgeschützen Bauwerk statt. Davon habe ich ein paar Fotos gemacht.

Im Vordergrund ältere, verblichene Pfähle, weiter hinten sind neu eingesetzte zu erkennen.
Der Zahn der Zeit (und die Macht der Nordsee) setzen dem Pfahlschutzbauwerk zu und machen hin und wieder Reparaturarbeiten erforderlich. Morsche Pfähle werden entfernt und durch frische ersetzt.
Viele frische Pfähle, die Nordsee kann kommen!

2. Auflage des Lehrbuchs “Schweigespirale” erschienen

Die zweite Auflage meines Lehrbuchs “Schweigespirale” ist soeben erschienen:

Roessing, Thomas (2019): Schweigespirale. 2., durchgesehene Auflage. Baden-Baden: Nomos (Reihe ‚Konzepte‘).

Nomos verkauft das Buch gedruckt: http://www.nomos-shop.de/37407

und als elektronisches Buch: http://www.nomos-elibrary.de/index.php?doi=10.5771/9783845289861

Hardenberghafen

Am 30. März 2019, einem Samstag, besuchte ich die Gegend um den Hardenberghafen in Dortmund. Da es sich um eine Erkundungstour handelte, hatte ich nur den kleinen Fotoapparat dabei. Ich glaube nicht, dass es sich lohnt, dort nochmal mit größerer Ausrüstung hinzugehen — allenfalls an Wochentagen, wenn möglicherweise mehr los ist.

Weit gekommen bin ich auch nicht, weil jemand die interessanten Stellen mit einem Zaun abgesperrt hat. Das ist einerseits verständlich, Industrieanlagen und Wasserflächen sind ja nicht ungefährlich, aber ärgerlich für den ambitionierten Hobbyfotografen auf der Suche nach schönen Industriemotiven.

Zufahrt für Güterzüge zum Hardenberghafen bzw. zu den Deutschen Gasrußwerken.
Leider kein Zug in Sicht, als ich dort fotografierte. Als ich 200 Meter weiter war, rumpelte ein Zug mit Kesselwagen vorbei.
Krane im Hardenberghafen
Eine Anlegestelle für Tankschiffe, die zu den Deutschen Gasrusswerken, einem Hersteller von schwarzem Pulver, gehört. Das Werk verbraucht ziemlich viel Schweröl, das üblicherweise per Schiff angeliefert wird.

Baureihe 221 in Gelsenkirchen-Bismarck (1986)

Im Jahr 1986 habe ich mit meinen Eltern das Bahnbetriebswerk Gelsenkirchen-Bismarck besucht, das damals Auslauf-Bw für die Lokomotiven der Baureihe 221 (vormals: V200.1) war.

221 127-4 in altroter Lackierung
Der noch aus Dampflokzeiten (1977: Auslauf-Bw für die Baureihe 044) berühmte Ringlokschupen in Bismarck.
Zwei altrote 221 in nicht gerade optimalem Licht.
In der Werkstatt:Eine 221 in ozeanblau-beige.
Die Lok zieht ihren eigenen motor in Position (zweimotorige Dieselloks sind schon praktisch)…
… für den Einbau.

Feldbahn auf Baltrum

Bis 1985 gab es auf der ostfriesischen Insel Baltrum eine kleine Inselbahn. Sie diente ausschließlich dem Gütertransport vom Anleger zum Güterschuppen etwas landeinwärts.

Der Autor in den 1980er Jahren am Güteranleger vor der Feldbahnlok
Die Feldbahnlok für den Verkehr zwischen Anleger und Güterschuppen. Laut https://www.inselbahn.de müsste es sich um Schöma 2908, Baujahr 1965 handeln.
Der Güterschuppen. Heute ist die Einfahrt für die Feldbahnzüge zugemauert, der Zaun besteht aus alten Feldbahngleisen

Ein weiterer Zweig führte vom Anleger zum Bauhof, er diente dem Transport von Baumaterial zur Strandmauer, der Befestigung der Insel gegen die Nordsee. In den 60er Jahren führten die Feldbahngleise über den Bauhof hinaus auf die Standmauer zu den Reparaturbaustellen, die nach einer Sturmflut nötig geworden waren. Als der Autor die Inselbahn Baltrum in den 1970er Jahren kennenlernte, wurde der Bauhof-Zweig jedoch kaum noch genutzt, die Schienen waren verrostet — im Gegensatz zu den blanken Schienen des damals noch genutzten Gleises zum Güterschuppen.

Einige wenige Reste der Strecke zum Bauhof sind heute noch zu sehen.
Der Bauhof für den Küstenschutz. Früher gab es hier mehrere Weichen, die Gleise führten in die Gebäude und daran vorbei in Richtung der hinter dem Seezeichen gelegenen Strandmauer.

Die Feldbahn gab es schon, als der Großvater des Autors Baltrum in den 1950er Jahren besuchte. Der Anleger bestand damals noch aus Holz. Das Gleis für den Personenanleger diente dem Transport von aufgegebenem Gepäck und als Ausziehgleis für die  Strecke zum Bauhof. In den 1980er Jahren wurde es kaum noch benutzt, weil Gepäck bei Bahnreisen aufzugeben aus der Mode kam.

1985 wurde die Inselbahn auf Baltrum stillgelegt und fast restlos abgebaut. Wenn man einen Blick für Eisenbahnarchäologie hat, kann man aber noch heute (2018) an einigen Stellen erkennen, dass  da mal was war.


Eine zeitlang dienten die Räder der Feldbahnwagen als Schilder am Anleger. 2018 sind diese jedoch nicht mehr vorhanden. Jedoch…
Jedoch tauchten einige 2019 als Baustellenabsperrung an der Pfahlschutzwand wieder auf.