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Dickes Rohr Teil 2

Die dicken Rohre für Kokereigas/Gichtgas sind an vielen Stellen in Dortmund zu sehen. Es gab hier nämlich zu Zeiten der Stahlindustrie eine Ringleitung für diese Gase, die das Eisen- und Stahlwerk Phoenix in Hörde mit der Westfalenhütte im Norden der Stadt und der Kokerei Hansa in der Nähe des Hafens verbanden.

Am Gründonnerstag, 09. April 2020, habe ich das dicke Rohr in Hörde auf dem Gelände von Phoenix-West (Hüttenwerk zur Erzeugung von Roheisen) besucht und einen kleinen Spaziergang im Tal der Emscher zwischen Phoenix-West und dem Westfalenpark angeschlossen. Der Westfalenturm lugt in einige Bilder herein.

Den Westfalenturm kann man nicht nur vom Hafen aus sehen.
Wenn man ausreichend viele dicke Rohre hat, kann man sich auch ein Hüttenwerk dazu bauen. Von Phoenix-West sind nur diese Ruinen von zwei Hochöfen übrig geblieben, als Industriedenkmal.
Ohne dicke Rohre keine Schwerindustrie.
Das dicke Rohr, das in diesem Bild von den drei Cowpern zum unteren Ende des Hochoffengerüsts führt, war für Heißwind gedacht. Dabei handelt es sich um Luft, die in den Cowpern auf ca. 1000 Grad Celsius erhitzt und dann von unten in den Hochofen geblasen wird, um die exotherme Reaktion in Gang zu setzen, die aus Eisenerz und Kohlenstoff (Eisenoxid und Koks) Eisen und Kohlenstoffdioxid macht.
Phoenix-West im Gegenlicht.
Dieses dicke Rohr verband die Hochöfen mit der Gasgebläsehalle, die bis vor einigen Jahren als Phoenixhalle bekannt war und nun Warsteiner Music Hall heißt. Bei Führungen gelangen die Besucher über den auf dem Rohr angebrachten “Skywalk” zu den Resten der Hochöfen nebenan.
Die bekannten Dortmunder Schmierfinken haben sich viel Mühe gegeben, auch das dicke Skywalk-Rohr zu beschmieren.
Das dicke Rohr verläuft in Phoenix-West entlang der Bahnstrecke Dortmund Hbf-Dortmund-Hörde. Wenn man mit dem Zug zum Beispiel nach Iserlohn fährt, kann man gut sehen,wie das Rohr plötzlich aus dem Wald aufzutauchen scheint und an der Stelle, die hier zu sehen ist, abrupt endet.
Dickes Rohr, rechts im Hintergrund die Phoenix-Halle.
Links das dicke Rohr, rechts die Bahnstrecke.
Mittendrin fehlt ein Stück vom dicken Rohr.
Dickes Rohr führt bergab, vorbei an einer gefährlichen Querrinne.
Der Weg zur Emscher führt unter dem aufgeständerten Rohr hindurch.
Nun verlassen wir das dicke Rohr und begeben uns unter der Bahnstrecke hindurch ins Tal der Emscher. Vom Westfalenpark her grüßt der Westfalenturm.
Die Emscher im Tal zwischen Phoenix-West und dem Westfalenpark.
Beschaulich.
Emscher.
Die Reste der Hympendahlbrücke, über die früher Schlacke von Phoenix auf eine Halde am Rande des Westfalenparks gefahren wurde. Gegenlicht.

Dickes Rohr

Wie in diesem Posting schon bemerkt, sind die dicken, zumeist grünen Rohre für Kokereigas/Gichtgas ein Wahrzeichen des Ruhrgebiets. Am 05. April 2020 habe ich das dicke Rohr ,das einst Gas zwischen zwischen Westfalenhütte und Phoenix-Stahlwerk lieferte, ein Stück begleitet. Parallel läuft nämlich die stillgelegte und abgebaute Bahnverbindung zwischen den beiden Werken. Sehr unbequem zu gehen auf Bahnschotter, über den sich Brombeerranken ranken! Ich war auf dem nördlichen Teil der Trasse unterwegs, vom Bahnübergang an der Straße “Im Defdahl” in Richtung Westfalenhütte.

Das Forum von “Drehscheibe Online” hat eine Serie von Beiträgen zur Dortmunder Kleinbahn. Lesens- und sehenswert!

Dickes Rohr im Wohngebiet.
Die Umlaufgitter, die ein sicheres Überqueren der Werkbahntrasse ermöglichen sollten und ein BÜ-Signal gibt es noch, nur die Bahnstrecke ist verschwunden.
Dickes Rohr hat die Seite gewechselt. Der kreuzförmige Turm ist offenbar ein Schornstein am ehemaligen Bahnübergang “Am Zehnthof”.
Diese Brücke brachte Bahn und dickes Rohr über den Wambeler Hellweg.

Viel weiter in Richtung Norden geht es nicht. Kurz vor der Brücke über die Hannöversche Straße ist die Vegetation auf dem Bahndamm so dicht, dass man auch mit einer Machete nicht weiterkäme. Da bräuchte man schon einen Bulldozer.

Die eben gezeigte Brücke über den Wambeler Hellweg von der Straße aus gesehen.

Hier geht es zum zweiten Teil: Neues vom dicken Rohr.

Alternativer “Mundschutz”

Wenn man sich nicht selbst, sondern andere vor ausgeatmeten Tröpfchen schützen möchte, kann man auch (1) ein größeres Taschentuch, (2) einen Schal, oder (3) eine Unterhose aufsetzen. Nachteile: Man ieht entweder aus wie ein Räuber aus dem Wilden Westen (1), wie ein Linksextremist auf dem Weg zum 1. Mai in Berlin (2) oder wie eine Figur von Walter Moers. Fotos von meinen Experimenten erspare ich den geneigten Lesern an dieser Stelle 🙂