Monthly Archives: March 2020

Fredenbaumpark und Hafen im März

März 2020, es herrscht Kontaktverbot und sehr gutes Wetter. Rausgehen darf man noch, also warum nicht nochmal zum Hafen, dieses mal aus Richtuing Fredenbaumpark kommend.

Ein Thema in diesem Bildbericht sind Umlaufgitter an nicht technisch gesicherten Bahnübergängen. So einen gibt es an der Schleife der Stadtbahn an der Haltestelle Fredenbaum.

Solche Umlaufgitter sollen Fußgänger daran hindern, das Gleis zu hastig zu überqueren und zwingen, nach rechts und links zu gucken.
An diesem Fake-Bahnübergang in einer Verkehrsschule gibt es kein Umlaufgitter, aber ein Andreaskreuz und ein Blinklicht.

Der Fredenbaumpark ist zu jeder Jahreszeit schön. Im Vorfrühling erkennt man die Bäume besonders gut und kann sich an diversen Blüten und zartem Grün erfreuen.

Blüten
Zartes Grün.
Bäume. Man achte auf den Betonpfahl rechts unten im Bild.
Ich dachte erst das wäre ein Mahnmal für irgendwelche schrecklichen Ereignisse im Krieg. Ist aber ein Wegweiser zur Gastronomie im Fredenbaumpark.

Zurück zum Thema umlaufgitter. Am Ein-/Ausgang des Fredenbaumparks zum Tankweg im Hafen gibt es auch eins.

Die Gleise gehören zur Dortmunder Kleinbahn/Hafenbahn. Wie immer: Als ich vorbeikam, kam gerade kein Zug.
Weiter im Hafen: Blick auf die Anlagen des Tankwegs von der Brücke der Franziusstraße aus.

Ich muss gelegentlich mal einen gesonderten Abschnitt über Bahnbrachen in Dortmund schaffen. Davon gibt es mehr als genug. Im weiteren Verlauf der Franziusstraße kam ich am nördlichen Ende des ehemaligen Rangierbahnhofs Dortmund vorbei. In der Ecke gibt es auch noch aktive Gleise (Regionalsexpress in Richtung Oberhausen zum Beispiel).

Bahnbrache mit typischem Birkenwald
Die Brücke ist auch nicht mhr in Betrieb, ebenso wie das dicke Rohr darauf. Diese dicken Rohre sind typisch für das Ruhrgebiet. Darin wurde früher Kokereigas und Gichtgas zwischen verschiedenen Industriebetrieben verschickt. Wozu dieses spezielle Rohr gehörte, weiß ich leider nicht. Es gibt in der Gartenstadt auf der Trasse der ehemlaigen Hoesch-Bahn noch eins, das verband die Westfalenhütte mit dem Stahlwerk Phoenix-Ost.
Ein näherer Blick auf Brücke und Rohr. Die Perspektive ist etwas ungünstig, weil der Oberleitungsmast und der Hochspannungsleitungsmast üereinander liegen.
Im Vordergrund die Regionalexpress-Gleise in Richtung Oberhausen. Bin ich auch schon langgefahren, zum Beispiel auf dem Weg zum Rheinischen Industriebmuseum Oberhausen.
In meinem vorherigen Beitrag habe ich einen Blick aus dem hafen auf das Wahrzeichen Dortmunder U gezeigt. nun folgt der Blick auf den Westfalenturm (der eigentlich Florianturm heißt).
Und das Alte Hafenamt lugt weiter hinter Containern hervor.
Altes Hafenamt Dortmund.

Atemschutzmaske

Liebe Leute,

diese Rechtecke aus Stoff oder Papier/Gaze, die man sich vor Mund und Nase bindet, sind *keine* Atemschutzmasken! Die Dinger sind normalerweise dafür da, damit z.B. ein Chirurg dem Patienten beim Sprechen nicht in die offene Wunde spuckt. Kann man sich leicht ausmalen, dass es blöd wäre, wenn jemand, der andauernd “Tupfer” sagt, eine feuchte Aussprache hat.

DAS ist eine Atemschutzmaske:

Das Bild (aufgenommen von Papa) zeigt den Autor vor langer Zeit (August 1992) als Mitglied eines Vereins namens 12. Panzerdivision (Sanitätsbataillon 12, 8. Kompanie, 1. Zug) mit einer ABC-Schutzmaske.

Dortmund Hafen im Frühling

2020-03-18: Der Dortmunder Hafen ist ein guter Ort um keine Sozialkontakte zu haben. Die Lastwagenfahrer sitzen in ihren Führerhäusern, die Staplerfahrer und die Kranführer in ihren Kabinen und auf der Straße ist keiner. Die einzigen Fußgänger, die mir begegnet sind, waren zwei Saubermänner, die eine Saubermachmaschine begleiteten.

Leider auch nicht viel Bahnverkehr oder Schiffsverkehr. Ob das auch am Coronavirus liegt, oder ich einfach nur einen langsamen Tag erwischt habe, weiß ich nicht.

Das Alte Hafenamt in Dortmund von der Brücke an der Stadtbahnhaltestelle “Hafen” aus fotografiert. Nicht ganz einfach, man müsste sich noch weiter über das Geländer lehnen für eine bessere Perspektive.
Nochmal im Hochformat
Hier lugt die Spitze des alten Hafenamtes über einen Container von oocl — wahrscheinlich cool, nur falsch geschrieben.
Ein Haufen Schrott, davor offene Güterwagen der Bauart EAOS (oder Verwandte) zum Transport des Schrotts.
Noch mehr EAOS für Schrott
Und wieder lugt das Alte Hafenamt.
Und mein Fotoapparat spekuliert darüber, was wohl mein Motiv sei und daher scharfzustellen ist…
Diese Perspektive ist ein Muss bei jeder Fototour durch den Hafen in Dortmund.
Das Gegenlicht, das Wetter und das Wasser machen es schwer, ein Bild mit einer vorzeigabren Diagonalen anzufertigen.
Hier sieht man einen Zwei-Wege-Unimog von hinten. Der Herr in Orange hat gerade die Weiche gestellt. Besser habe ich das Fahrzeug nicht ablichen können, weil das helle Märzlicht nicht nur schön, sondern bei Gegenlicht auch ganz schön hinderlich ist.
Der Frühling verleiht auch dem Dortmunder Hafen ein paar bunte Tupfer.
Zum Beispiel hier würe ich gern mal einen Zug ablichten. War heute aber wieder nicht.
Der Containerstapler hat sich kurz vor meiner Ankunft an dieser Stelle noch bewegt.
Nun wirft er stoisch einen Schatten wie ein Kruzifix auf die Container.
Ein Blick auf die Tank- und Abfüllanlagen am Tankweg.
Das Dortmunder U vom Hafen aus gesehen.
Und etwas näher. Dieses Gegenlicht 🙁
Viele Weichen im Dortmunder Hafen sind noch von Hand zu stellen.

Die Journalisten und der Wintereinbruch

Ich frage mich schon länger, wie Journalisten das Meinungsklima wahrnehmen, was sie also vermuten, wie ihre Leserschaft mehrheitlich denkt. Über die politische Meinungsklimawahrnehmung durch Journalisten denke ich mal nach, wenn ich sehr viel Zeit habe. In diesem Beitrag geht es darum, warum Journalisten offenbar vermuten, dass die Leser sich einen Wintereinbruch wünschen.

Jedes Jahr vor Weihnachten sammeln sich auf den Internetseiten der Massenmedien Beiträge über die “Chancen” für oder die “Hoffnung” auf “weiße Weihnachten. Beim Lesen entsteht zumindest bei mir der Eindruck, dass offenbar alle Menschen in Deutschland einen sehr sehnlichen Wunsch haben: Dass es an Weihnachten schneit und der Schnee auch liegenbleibt. Ich selbst finde Schnee am Jahresende nicht so gut: Ausgerechnet, wenn viele Menschen reisen, sind blockierte Autobahnen, herabstürzende Oberleitungen bei der Bahn und gesperrte Flughäfen eher unangenehm. Ich erinnere zum Beispiel an das Schneechaos an Heiligabend 2010. Ich kann mir deshalb nicht vorstellen, dss die deutsche Bevölkerung einhellig den Wunsch nach weißen Weihnachten verspürt, wie es mancher von Journalisten verfasste Artikel zur passenden Jahreszeit suggeriert.

Noch mehr als für weiße Weihnachten gilt mein Verdacht auf eine verzerrte Meinungsklimawahrnehmung bei Journalisten für Beiträge, in denen von der Hoffnung auf einen Wintereinbruch im März die Rede ist oder es ebenfalls für März (!) heißt: “Die Hoffnung auf Schnee ist also noch nicht verloren“. Ich für meinen Teil hoffe im März auf die ersten warmen Frühlingstage und nicht auf Schnee, Matsch und glatt!

Es ist nicht ganz einfach herauszubekommen, ob ich falsch liege oder die Journalisten, die einfach mal allen Leuten unterstellen, sich nach Winterweter zu sehnen. Das IfD Allensbach hat angeblich herausgefunden, dass sich 70 Prozent der Deutschen winterliches Wetter an Weihnachten wünschen. Die von Statista referierte Frageformulierung ist allerdings anfällig für Akquieszenz-Effekte: “Finden Sie es besonders schön, wenn an Weihnachten Schnee liegt, oder ist Ihnen das nicht so wichtig?”. Ich würde mir hier eine Dialogfrage wünschen, wo der eine Dialogpartner sagt “Ich finde es besonders schön, wenn an Weihnachten Schnee liegt” und der andere sagt “Ich sehe das anders: Schneewetter ist ungemütlich und behindert gerade zu Weihnachten den Verkehr”. Aber auch mit der verwendeten Frageformulierung sind immerhin 30 Prozent der Leute nicht an Winterwestter zu Weihnachten interessiert. Und dass man bei einer Frage zur Hoffnung auf einen Wintereinbruch im März nochmal auf 70 Prozent Zustimmung kommen könnte, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Wie kommt die Begeisterung der Journlisten für Winterwetter wohl zustande? Meine Vermutung ist, dass sie eine Analogie zum Sommerwetter herstellen: Im Sommer ist sonniges und trockenes Wetter (vermutlich) tatsächlich von vielen Menschen ewünscht, wenn nicht ersehnt (erst recht nach einem kalten Journalistenwinter…). Schlussfolgerung: Wenn die Leute es im Sommr trocken und sonnig mögen, dann wollen sie doch im Winter sicher kalt und Schnee haben, oder?