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Buchempfehlung: “Es muss nicht immer Kaviar sein” von Johannes M. Simmel

Dieser Roman handelt von dem deutschen Lebemann, Bankier, Hobbykoch und Feinschmecker Thomas Lieven und wie er den zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit durchlebt. 1939 lebt Lieven in London. Er wird hereingelegt und muss England verlassen. In Köln gerät er in die Fänge der deutschen Geheimdienste.  Um nicht eingesperrt zu werden oder um aus ausweglosen Situationen zu entkommen, erklärt sich Thomas Lieven während des Krieges und kurz danach immer wieder bereit, mit Geheimdiensten und Geheimorganisationen zusammenzuarbeiten. Dabei versucht er anständig zu bleiben, was sich während des zweiten Weltkrieges als äußerst schwierig erweist und zu allerhand waghalsigen Abenteuern führt. In Marseille übernimmt er die Gangsterorganisation seiner Geliebten, in Paris und Toulouse arbeitet er mit dem französischen Widerstand zusammen und kämpft gegen SD und Gestapo der Nationalsozialisten. In Lissabon lernt der Protagonist, wie man Pässe fälscht und bleigefüllte Goldbarren herstellt. Dabei hat er Affären mit so ziemlich allen Frauen, die ihm begegnen (eine Ausnahme: Stabshauptführerin Mielcke) und kocht erlesene Speisen zu allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten (im Buch sind alle Rezepte enthalten).

Sehr unterhaltsam!

Hinweis: Ich bekomme für meine Buchempfehlungen (noch) kein Geld. Solle sich das irgendwann ändern, werde ich das natürlich angeben.

Buchempfehlung: “Der Name der Rose” von Umberto Eco

Während andere Bücher Ecos kaum lesbar sind, weil der Autor so stolz auf sein Wissen ist, dass man der Handlung nicht folgen kann, wenn man weniger weiß als der Autor, ist dieses Buch problemlos lesbar, auch ohne Wörterbuch und ohne Bibliothek. Es geht um den Jungen Mönch Adson von Melk, der dem alten Mönch William von Baskerville begegnet und im Jahr 1327 in einem Kloster mit allerhand unheimlichen Todesfällen konfrontiert wird. Während Herr von Baskerville die Todesfälle aufzuklären versucht, indem er Methoden nicht unähnlich denen des Sherlock Holmes anwendet, passieren weitere unheimliche Dinge, der König entsendet eine Kompanie Bogenschützen und die Heilige Inquisition mischt sich ein (in Gestalt von Bernard Gui). Am Ende löst von Baskerville das Geheimnis, trägt ein Loblied auf das vor, was wir heute als kritischen  Rationalismus im Sinne Karl Poppers bezeichnen würden (Fortschritt durch Irrtum!) und wird mit dem Mörder in der unheimlichen Bibliothek eingeschlossen, in der sich ein Exemplar eines verbotenen Buches aus der Feder Platons befindet. Dann brennt die Bibliothek ab (man soll in alten Gemäuern voller alten Papiers und Pergaments nicht mit offenem Feuer hantieren), die Inquisition richtet ein paar Nebenfiguren hin und Adson von Melk und William von Baskerville gehen getrennter Wege.

Die Lektüre dieses Buches ist spannend und zugleich sehr lehrreich. Man lernt eine Menge über Philosophiegeschichte, Erkenntnistheorie und katholische Orden, mitsamt Ketzern und Inquisition.

Hinweis: Ich bekomme für meine Buchempfehlungen (noch) kein Geld. Solle sich das irgendwann ändern, werde ich das natürlich angeben.

Buchempfehlung: Thomas Mann: Der Zauberberg

Der Zauberberg gilt als schwierige Lektüre, ist aber weit leichter als sein Ruf. Jedenfalls größtenteils. Die Handlung hat nur einen Erzählstrang: Die Erlebnisse eines jungen Studenten des Ingenieurwesens, Hans Castorp, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen Vetter in einem Tuberkulosesanatorium in Davos besucht – und letztlich sieben Jahre dort verbringt.

Castorp begegnet in dem Sanatorium allerhand interessanten Typen: Einem Mann namens Mynheer Peeperkorn, der das Leben als „hingespreitet Weib“ bezeichnet und sich an die junge Russin Clawdia Chauchat heranmacht, für die sich auch der Held der Geschichte sehr interessiert. Castorp setzt sich mit dem humanistischen Gelehrten Lodovico Settembrini auseinander und streitet sich mit dem unangenehmen Herrn Naphta. Diese philosophisch außerordentlich gehaltvollen Passagen sind tatsächlich nicht ganz einfach zu lesen, aber wesentlich angenehmer als die Teile, in denen es um Musik geht (findet jedenfalls der Autor dieser Zeilen). Insgesamt lebt man in dem Sanatorium recht gut, jedenfalls so lange man nicht „abtanzt“, wie der Chefarzt das nennt: Die Mahlzeiten werden als sehr üppig beschrieben und zum Frühstück gibt es Bier. Und Hans Castorp raucht, was das Zeug hält (immerhin in einer Lungenheilanstalt!), und zwar eine Zigarre namens Maria Mancini, die er sich aus der norddeutschen Heimat schicken lässt.

Link: Mehr informationen bei Wikipedia.

Hinweis: Ich bekomme für meine Buchempfehlungen (noch) kein Geld. Solle sich das irgendwann ändern, werde ich das natürlich angeben.